Webinare - Kapitel 10 - Teil 1

Erstellen einer Handelsstrategie. Praxis, Praxis, Praxis


Webinare - Kapitel 10 - Teil 1

Erstellen einer Handelsstrategie. Praxis, Praxis, Praxis | Länge: 101 Minuten



Kommentare

Marco M., 05.12.12:
Sehr geehrter Herr Cene

Ihre Webinare sind zum Buch eine optimale Ergänzung, wie man sie bis jetzt noch nicht gesehen hat. Super!

Eine Frage zu diesem Webinar: Wenn Sie die den Chart auf Ebene "Landstrasse" anschauen (wie beim Dax-Future), wie viele Tage sollte der Chart (60min) auf der Zeitachse betragen? Schaut man beispielsweise den Chart für 2 Monate an, so können höhere Hochs und höhere Tiefs, sprich ein Aufwärtstrend, beobachtet werden. Schaut man den Chart aber nur im Zeitraum von 1 Monat oder 3 Wochen an, so kann man einen Abwärtstrend feststellen, weil die Hochpunkte des vorherigen Monats nicht mehr im Bild sind und eine Regression im 1-monats Chart wie ein Abwärtstrend aussieht. Die Frage wie viele Tage für die "Landstrassen-Ebene" zu betrachten sind?, konnte ich noch nicht herausfinden Ich hoffe, Sie können mir hierbei weiterhelfen.

Besten Dank für Ihre Mühe.

Freundliche Grüsse
Marco M.

Erdal Cene, 03.06.12:
Sehr geehrter Herr Franz B.,

Sie gehen in der Tat hier auf ein erhebliches Problem in der Darstellung von nahezu allen Futures ein. Immer kommt es bei den Kontraktumstellungen zu Diskontinuitäten, die in der Folge erheblich die richtige Beurteilung und Einschätzung verzerren.
Die Hinzunahme von Endloskontakten ist auch hier keine wirkliche Lösung, da man sich dann Preise anschaut, die nie gehandelt wurden.
Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, einfach mir zusätzlich noch den Index bei Aktien, die Rendite der CTD bei Renten oder den Kassawert bei allen anderen Derivaten, für die ich mich interessiere, anzuschauen. Hier entfällt dann die Verzerrung und ich kann sehr genau sehen, ob ein Trendbruch vorliegt und auch wo die tatsächlichen Hoch bzw. Tiefpunkte liegen.

Es gibt Trader, die mit Endloskontrakten arbeiten, um nicht die Gaps im Chart zu haben.
Vorteil: Es entstehen keine Kurslücken. Sauberer Chartverlauf.
Nachteil: Man schaut sich Charts an und arbeitet mit Kursen die rein rechnerisch sind. Man schaut sich Preise an die nie gehandelt worden sind, denen also kein Umsatz zugrunde liegt.

Dann gibt es die Gruppe derjenigen Händler, die eben bei jedem Kontraktwechsel im Chart hässliche Kurslücken bekommen und diese in Kauf nehmen. Dazu gehöre ich. Mich interessieren nur real gehandelte Kurse.
Nachteil; ich muss die ganze Zeit im Hinterkopf haben, so alle drei Monate, die Kurslücke ist dem Kontarktwechsel geschuldet, und resultiert nicht aus einer realen Kursbewegung. Aber dies geht bei mir inzwischen vollautomatisch.

Und ich denke, dass Trader, die ihre Märkte kennen und täglich dabei sind, einfach wissen wie Ihr Markt läuft und entsprechend interpolieren können, ob ihr Markt jetzt tatsächlich beispielsweise gefallen ist, oder dies nur durch den Kontraktwechsel so aussieht.
Für langfristige Trendhändler ist diese „Verzerrung“ nicht wirklich wichtig. In einem langfristigen Chart fällt dies nicht wirklich ins Gewicht. Hier geht es vielmehr darum zu erkennen ob der Zug nach Norden oder nach Italien in den Süden fährt. Die Gewinn- und Verlustgrößen sind bei diesem Tradingstil so groß, dass diese Gaps nicht ins Gewicht fallen.
Je kurzfristiger jemand handelt umso wichtiger werden aber natürlich künstliche „Verunreinigungen“ des Charts. Eine optimale Lösung gibt es dafür nicht. Letztlich muss jeder das nach seinem Gusto machen. Und die meisten Händler machen sich, so meine Erfahrung, gar nicht die Mühe, sich mit diesem Thema zu befassen, sondern nehmen dies so hin, wie es Bloomie oder Reuters anbieten. Auch wissen nur die Wenigsten, dass dies inzwischen individuell in den meisten Systemen eingestellt werden kann.
Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass der Berufshandel dieser Größe keine allzu große Bedeutung beimisst.

Zum Trendbruch wegen eines Kontraktwechsels, fällt mir ein Spruch von Paracelsus ein: „…. Wer meint, alle Früchte würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif, versteht nichts von den Trauben“
Also wer ernsthaft glaubt dass ein intakter sauberer Trend auf Makrobasis, beispielsweise also auf der Autobahn nach Norwegen, nur durch einen Kontraktwechsel, das ja nur einer kleinen Abzweigung gleichkommt, gebrochen ist, der weiß nicht wirklich viel vom Trendverlauf, oder generell vom Trendaufbau, oder noch grundsätzlicher davon wie die Märkte funktionieren.

Mit besten Grüßen.
Erdal Cene

Franz B., 03.06.12:
Sehr geehrter Herr Cene,

kann ich hier bei 49:00 wirklich sagen, dass ich auf Tagesbasis kurz vor dem Durchbruch bin. In diesem Chart sind ja der März-Kontrakt und der Juni-Kontrakt "zusammengemischt". Die Profis werden doch den Chart des reinen Juni-Kontraktes anschauen, oder? Und diesem Mischchart keine Bedeutung schenken. Oder tun Sie das doch, weil Sie wissen, dass bei vielen Datenlieferanten der Chart bei Kontraktwechsel erst ab dem Kontraktwechseldatum mit den tatsächlichen Preisen dieses Kontraktes angezeigt wird?
Kommentar hinzufügen
*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

(*) Pflichtfelder